Lebenskrisen im mittleren Lebensalter Gemeint ist damit die Lebenszeit zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr. Man ist nicht mehr jung, man ist nicht alt, man steht irgendwie dazwischen (Sandwich-Generation). Man bemerkt bei sich, dass die Leistungsfähigkeit nachlässt, die beruflichen Ziele sind festgelegt, vielleicht droht auch schon der frühe Ausstieg aus der Arbeitswelt. Die Kinder verlassen das Haus, die Eltern sind pflegebedürftig oder sterben, man hat vielleicht auch mit körperlichen Erkrankungen oder Krankheiten von nahe stehenden Menschen zu tun. Oft wird auch von Midlife-Crisis gesprochen und damit ist gemeint, eine Zeit des persönlichen Umbruchs, die einhergeht mit Ängsten und Befürchtungen im Zusammenhang mit dem Älterwerden. Man gehört nicht mehr zu den in der Werbung vorgezeigten Menschen mit ewiger Jugend, Schönheit und Elan. Diese Lebensphase ist eine Periode, an der von allen Seiten besondere Anforderungen an Frauen und Männer gestellt werden und die deshalb auch als besonders krisenanfällig gilt. In den Zeiten solcher Lebenskrisen entwickeln sich oft Gedanken wie „nie mehr komme ich da raus“ oder „das kann ich nicht aushalten“. Wenn keine anderen hoffnungsvolleren Gedanken dagegen anstehen, kann es sein, dass man dabei aus dem Gleichgewicht kommt und Gefahr läuft in Depressionen zu verfallen, Süchte zu entwickeln oder auch stärkere körperliche Beschwerden zu entwickeln. Der Auszug der Kinder ist für viele oft die erste größere der möglichen Lebenskrisen, die bewältigt werden muss. Die vorherigen Definitionen als Vater und Mutter entfallen im alltäglichen Leben und das Paar oder der einzelne muss nach einer neuen Rollendefinition für sich suchen. Oft bietet sich auch eine Chance endlich den Dingen nachzugehen, die man durch die alte Rolle als Eltern nicht wahrnehmen konnte. Der Verlust des Arbeitsplatzes bzw. das Ausscheiden aus dem Berufsleben stellt eine weitere der Lebenskrisen dar und kommt oft unvorbereitet und trifft mit voller Härte. Bisher hat die regelmäßige Arbeit den größten Teil des Lebens bestimmt und die äußeren Zeitabläufe festgelegt, Lebenssinn, Identität, Status und Befriedigung resultierten daraus. Oft entstehen massive finanzielle wie soziale Probleme, man muss oft den Gürtel massiv enger schnallen und damit ändert sich auch oft die gesamte Lebensperspektive. Scheidung ist für alle Beteiligten immer ein schmerzhafter Vorgang und Trennungen im mittleren Lebensalter heißen oft, alleine leben. Zudem bringen sie massive finanzielle Probleme mit sich, aktuell und die Zukunft betreffend. Lebenskrisen: Erkrankung/Tod der Eltern: Man hat nicht nur die Verantwortung für die jüngere Generation, sondern auch für die ältere. Nicht selten entsteht dann ein Vereinbarungskonflikt zwischen Pflege und Beruf. Durch den Tod der Eltern tritt man an die Spitze des Generationsgefüges, man ist der nächste, es ändert sich auch die Vermögenslage über Erbschaften. Der Tod des Partners ist ein besonders tiefer Einschnitt im Leben eines Menschen und verursacht oft sehr intensive Lebenskrisen. Der geliebte und nahe stehende Mensch ist nicht mehr da, man fühlt sich oft als Zurückgebliebener hilflos, gelähmt, das Leben erscheint oft nur leer und sinnlos. Man muss nun mit allem alleine zurechtkommen, dies entspricht oftmals nach einem Verlust einer typischen Trauerreaktion. Eigene Erkrankungen oder Erkrankungen eines nahe stehenden Menschen können den Verlust des Arbeitsplatzes bedeuten, aber auch den Verlust der Autonomie oder auch die Umstellung der Lebensumstände, einschließlich wirtschaftlicher, sozialer und familiärer – eine weitere der Lebenskrisen. Auch der Körper hat Grenzen. In diesem Zeitraum macht der Körper nicht mehr alles mit, was man von ihm verlangt: Menopause, der Testosteronspiegel sinkt, graue Haare bzw. Glatze, Gesichtsfalten, Spannkraft der Haut lässt nach, sind Zeichen für den beginnenden Verlust der Jugendlichkeit. Oft ist der mit sichtbarem körperlichem Alter verbundene soziale Statusverlust für Frauen spürbarer als für Männer. Hier sind noch einige
Beispiele für die mögliche Auslösung von schwereren persönlichen Lebenskrisen: Lebenskrisen sind solche Lebenssituationen, in denen die Anforderungen des Lebens und die Möglichkeiten sie zu bewältigen in einem krassen Widerspruch stehen. Mit dem Ausdruck „Krise“ meint man einen Höhepunkt, aber oft auch Wendepunkt einer bestimmten Situation. Lebenskrisen können oft zu Chancen werden, neues zu beginnen oder altes umzuwandeln. Lebenskrisen bedeuten oft auch Abschied nehmen von alten Vorstellungen, Werten, Perspektiven und Sicherheiten, damit ist oft ein Trauerprozess verbunden. Hilfreich und wertvoll bei Lebenskrisen sind:
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Das Gespräch mit
Freunden, Familienmitgliedern Zur Bewältigung der Lebenskrisen muss man oft vier unterschiedliche Phasen durchlaufen, um diese krisenhafte Situation bewältigen zu können: 1. Die Phase des nicht Wahrhabenwollens und der Verleugnung: Man wehrt sich gegen die Veränderung, will nicht wahrhaben was geschehen ist, dass es nicht mehr so ist wie es einmal war. 2. Phase der aufbrechenden Gefühle: Man fühlt sich oft hoffnungslos und machtlos, hadert mit seinem Schicksal, verspürt Ängste, Unsicherheiten, Wut, Schuldgefühle und Selbstzweifel 3. Die Phase der Neuorientierung: Man beginnt nach Auswegen und neuen Lösungsmöglichkeiten zu suchen 4. Neues Gleichgewicht finden: Wir haben uns mit der neuen Situation arrangiert. Auf dem Höhepunkt der Lebenskrisen gibt es die größte Chance zur Veränderung. Durch den ausgelösten psychophysiologischen Stress können alte Verhaltensweisen und Einstellungen leichter gelöscht werden und neue aktiviert werden. Nicht immer gelingt es jedoch diese Zeitphase zu nutzen und darin die krisenhafte Zuspitzung in positive Veränderungen umzuformen und dann ist Hilfe von außen notwendig. Sollten die Beschwerden jedoch über sechs Monate andauern, wie z. B. extremer Rückzug, Wut, Depressionen, Angst, Phobien, psychosomatische Beschwerden, Lähmung, Starre und Betäubung, ist es sinnvoll professionelle Hilfe bei Psychotherapeuten aufzusuchen, um sich darunter Entlastung zu verschaffen und gemeinsam in der Therapie neue Perspektiven und Ziele zu entwickeln. Hilfreich kann bei Lebenskrisen dann auch eine Wegnahme aus dem häuslichen Umfeld sein in Form einer stationären psychotherapeutischen Behandlung. Sollten jedoch Selbstmordgedanken auftauchen, die oft beinhalten, „so wie das Leben aktuell ist, halte ich es nicht mehr aus, ich muss es dringend ändern“, ist dringend Hilfe von außen angezeigt. Bitte wenden Sie sich dann sofort an Ihren Arzt oder an das zuständige Krankenhaus oder an die telefonische Seelsorge. M. Kraft, Dipl.-Psych.
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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